HEIMATSEITE
Kreischa ist mein Dorf und meine Heimat am Rande der Stadt. Die Gemeinde mit ihren Ortsteilen ist Teil des Weißeritzkreises. Aus diesem Grund besitzt Kreischa das KFZ-Kennzeichen "DW", was im Volksmund und vor allen von den Städtern aus Dresden als "Dummer Waldbewohner" bezeichnet wird.
 
Kreischa - Das "Dorf" am Rande der Stadt

Kreischa liegt im Süd-Osten von Dresden ca. 15 km vom Stadtzentrum entfernt im Vorland des Erzgebirges.
Das Gemeindegebiet liegt im Westausläufer des Lockwitzgrundes und ist umgeben von sanften Höhenzügen.

Kreischa

Die Gemeinde Kreischa erstreckt sich von der Babisnauer Pappel im Norden bis zum Wilisch und der Quohrener Kipse im Süden und ist eingebettet zwischen den Landschaftsschutzgebieten Lockwitztal-Gebergrund und Wilisch-Dippoldiswalder Heide.

Luftbild   Luftaufnahme Kreischa 1935


Luftbild    Luftaufnahme Kreischa 2003

Kreischa wurde 1282 erstmals als dohnaisches Lehen urkundlich erwähnt. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet "kryschowe"- Dorf des Krummen und Lahmen. Heute hat die Gemeinde mehr als 15 Ortsteile z.B. Lungkwitz, Quohren, Saida, Babisnau, Brösgen, Bärenklause, Kleba, Kautzsch, Gombsen, Sobrigau, Kleincarsdorf, Theisewitz, Zscheckwitz und Wittgensdorf usw. mit über 4.000 Einwohnern.

Die einzelnen Ortsteile haben ihre verschiedenen Traditionen und Feste erhalten. In den letzten Jahren sind sogar neue Veranstaltungen und Vereine hinzugekommen. Das Vereinsleben ist in der Gemeinde sehr rege. Neben den Kleingarten- und Sportvereinen gibt es den Seniorenclub mit Veranstaltungen und geselligem Beisammensein rund ums Jahr, den Kunst- und Kulturverein "Robert Schumann" Kreischa e.V. mit Konzerten, Vorträgen und Stammtischen, den Heimat- und Fremdenverkehrsverein Kreischa e.V. usw. Insgesamt laden etwa 20 Vereine aktiv zum Mitmachen ein.

Besonders reger Anteilnahme erfreuen sich die Bewohner an den vielen festen und Veranstaltungen.
So gibt es in der Gemeinde Kreischa neben dem traditionellen Jahrmarkt, das Maibaumfest sowie alle 2 Jahre das Kreischaer Straßenfest, die Veranstaltungen der freiwilligen Feuerwehren sowie des Karnevalclubs Lungkwitz, Dorffeste in Quohren, Kleincarsdorf und Lungkwitz, das Parkfest in Bärenklause, Sonnwendfeiern, Vogelschießen und vieles mehr.

Der Kreischaer Jahrmarkt

Kreischa    Der Kreischaer Jahrmarkt

Am ersten Wochenende im September findet auf der Vogelwiese in Kreischa der "Kreischaer Jahrmarkt" statt. Jedes Jahr kommen trotz häufig schlechten Wetters viele Gäste zu diesem Volks- und Familienfest.Das Fest beginnt Freitagabend mit der Bierprobe, die von den Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde organisiert wird und endet 3 Tage später am Montagabend gegen 21 Uhr mit einem Feuerwerk von Saida her.


Eine alte Tradition wieder gelegentlich wieder aufgenommen und der Pfarrer, der Bürgermeister und der Schulmeister eröffnen durch einen gemeinsamen Rundgang barfuß den Markt.

Auf dem Kreischaer Jahrmarkt gibt es viele Schausteller und Fahrgeschäfte, u.a. Schießbuden, Riesenrad, Autoscooter und Break Dance. In zwei großen Bierzelten wird für Essen und Trinken sowie Musik, Tanz und Unterhaltung gesorgt.

Dennoch gibt es auch negative Seiten am Kreischaer Jahrmarkt. Das Wochenende ist leider meist sehr verregnet. Es ist ein Besuch dann nur mit Gummistiefeln und Regenausrüstung zu empfehlen. Ein weiterer negativer Aspekt ist der Spießrutenlauf durch die Kleidungsstände entlang der Lungkwitzer Straße zu nennen. Man würde sich hier eine sorgfältigere Auswahl der Stände und der angebotenen Waren wünschen. Die Produkte sind der Zielgruppe Rentner aufs billigste angepasst.

Seit etwa 2 Jahren war leider aus wirtschaftlichen Gründen auch kein Riesenrad mehr da und die Anzahl der Fahrgeschäfte hat sich beträchtlich reduziert. Es ist leider für die Schausteller zu unrentabel hohe Platzmieten für einen relativ kleinen Wochenendmarkt zu bezahlen.

Das Höhenfeuerwerk ist allerdings wirklich sehens- und empfehlenswert. Mehr als 15 Minuten bietet es atem-beraubende Explosionen. Vom Feuerreigen bis zum großen Abschluss-Bumm ist alles dabei. Die Kreischaer und ihre Besucher quittieren dies dann auch mit Ah- und Oh-Rufen und Applaus.

Jahrmarkt
Jahrmarkt in Kreischa

Jahrmarkt
Jahrmarkt bei Nacht

Feuerwerk
Feuerwerk und Riesenrad

Der Gänselieselbrunnnen

Ein besonderes Wahrzeichen von Kreischa ist der Gänselieselbrunnen. Er wurde 1908 von dem Dresdner Bildhauer Max Dittert entworfen und am 14. Mai 1911 zu Ehren von Ferdinand Haußmann mit einem Volksfest der Öffentlichkeit übergeben. Der Gänselieselbrunnen ist ein typischer Marktbrunnen, der sonst nur in Städten zu finden ist.

Brunnen    Der Gänselieselbrunnen in Kreischa

Ferdinand Haußmann war Besitzer des Kreischaer Rittergutes seit 1852 und Zeit seines Lebens dem Gemeindewohl verpflichtet. Er engagierte sich als Gemeinderat und Ortsrichter. Die Gemeinde unterstützte er mit seinem Vermögen und bedachte sie sogar in seinem Testament. Nach ihm wurde der zentrale Kreischaer Platz benannt und sein Porträt ziert den Gänselieselbrunnen.


Brunnen etwa 1920

Brunnen etwa 1960
Alte Postkarten mit dem Gänselieselbrunnen
Der Brunnen trägt folgende Widmung:
"Zum Gedächtnis für uns und unsere Nachfahren weihen wir dieses Denkmal mit der Mahnung: allzeit der Gemeinde Bestes zu wollen, ihr Bestes zu fördern."

Die Kosten für den Brunnen betrugen 60.000 Mark. Der Kreischaer Bürgermeister Kubenke bemühte sich damals um die erforderlichen Mittel. Er bewirkte über den Akademischen Rat, dass der Sächsische Kunstfond alle Kosten übernahm, soweit sie nicht bereits durch Spenden oder Sachleistungen gedeckt waren.

Es gelang dabei sogar die Ausführung von Sandstein auf Bronze umzustellen. Für die Gemeinde verblieben so nur das Honorar des Künstlers, welches 460 Mark betrug.

Quelle: Gemeinde Kreischa:
In und um Kreischa, 2000
www.kreischa.de


Die Kreischaer Kirche

Die Kirche erhebt sich über Kreischa. Das Kirchengelände mit Gemeindehaus und Friedhof befindet sich an der Lungkwitzer Straße und erstreckt sich fast bis zum Wilisch.

Kreischaer Kirche    Kreischaer Kirche

Vom Kirchturm überblickt man den in den Hügeln eingebetteten Ort. Zum Jahrmarkt und zum Straßenfest werden oft Führungen durch die Kirche mit Turmbesteigungen angeboten. Die Stufen hinauf zu den Glocken lohnen sich auf jeden Fall, denn der Ausblick ist sagenhaft.


Blick in Richtung Rundteil    Blick in Richtung Dresden
Blick vom Kirchturm auf Niederkreischa und in Richtung Babisnauer Pappel


Die Kreischaer Kirche wurde 1346 das erste Mal urkundlich erwähnt, obwohl sie zu dieser Zeit wahrscheinlich schon lange bestanden hat.

Die genaue Bauzeit ist leider nicht überliefert, jedoch geben die in den Kirchenwänden eingelassenen Jahreszahlen 1514 und 1616 Auskunft über Umbauten an der Kirche und die Jahreszahl 1749 einen Hinweis zur Aufhöhung des Kirchturmes. Merkmale im Fundament und den Mauern sowie besondere Werksteine weisen auf das 11./12. Jahrhundert hin.

Die ersten Kirchbücher der Pfarrgemeinde beginnen kurz nach der Reformation 1560. Die Berufung eines evan-gelischen Pfarrers ist für das Jahr 1548 dokumentiert.

Die künstlerisch gestaltete Kanzel wurde im Jahr 1605 von Herrn von Lützelburg auf Zscheckwitz gespendet und 1999 durch Spenden der Kirchgemeinde wieder liebevoll restauriert.

Eine weitere Besonderheit der Kirche sind die Emporen. Die Rittergutsbesitzer von Kreischa, Lungkwitz und Zscheckwitz ließen sich jeweils eigene Stammplätze in der Kirche bauen. Die Familienwappen der Ritterguts-besitzer im Innern der Kirche erinnern an diese Zeit. Heute sind die Emporen allen Besuchern der Kirche zugänglich. Auch der Altar wurde durch die Ritterguts-besitzer gestiftet. Ursula von Carlowitz sorgte in ihrem Testament dafür, dass 1650 ein von Hieronymus Barthel aus Dresden geschaffener Altar aufgestellt werden konnte.

Seit 1672 erklingen drei Glocken in Kreischa. Diese erfüllten ihren Zweck bis sie 1904 durch Spenden eines Gemeindevorstandes ersetzt werden konnten. In der Kriegszeit 1940 wurden die neuen Glocken allerdings vom Turm geholt und sollten eingeschmolzen werden. Nach dem Krieg entdeckte man sie aber unversehrt auf einem Lagerplatz in Hamburg und brachte sie wieder an ihren angestammten Platz zurück. Zur Turmbesteigung kann man diese drei Glocken besichtigen und ihren Klang durch Anschlagen ganz nah erleben. Das Geläut der Kreischaer Kirche ist dabei sehr melodisch in der Kombination Es-F-As.

Nachdem das Kirchengebäude 1994 und danach der Turm saniert wurden sind, sammelt die Kirchgemeinde jetzt für die Restaurierung der Kreischaer Orgel.

     Kirchenkanzel Kanzel Kreischaer Kirche


Rittergutsbesitzer Familienwappen
Familienwappen der Rittergutsbesitzer

Altar
Altar von Hieronymus Barthel

Altar
Kirchenglocke

Die Kirchgemeinde ist in der heutigen Zeit ein fester Bestandteil des Lebens in de Gemeinde Kreischa. So bietet die Kirche nicht nur Gottesdienste und Kirchfeste, auch Konzerte und Veranstaltungen werden in der Kirche durchgeführt. Im Kirchgemeindehaus finden Seminare und z.B. Malkurse statt.

Das Kurwesen und die Bavariakliniken in Kreischa

Wenn man aus Richtung Possendorf nach Kreischa kommt, erblickt man als erstes die gelben Gebäude der Bavaria Kliniken. Weithin sind diese sichtbar und ähneln einem riesigen barocken Schlosskomplex.

Bavaria Klinik   Bavaria Kliniken in Kreischa

Die Bavaria Kliniken in Kreischa haben sich auf medizinische Rehabilitation und Anschlussheilbehandlung spezialisiert. In den einzelnen Fachabteilungen werden zum Teil schwer kranke Patienten auf höchstem medizinischen Niveau versorgt.
Weitere Informationen und verschiedene Bilder gibts im Internet unter www.klinik-bavaria.de

Die Kliniken wurden in den Jahren 1993 bis 1995 erbaut. Die Großzügigkeit und Eleganz dieser Anlage soll eine angenehme Athmosphäre schaffen und zum Wohlbefinden der Patienten beitragen. Insgesamt verfügen die Kliniken über 1.000 Betten. Auch das alte Sanatorium an der Dresdner Straße wurde in den Klinikgesamtkomplex integriert, liegt aber heute eher verweist im Dornröschenschlaf.

Bavaria Klinik   Bavaria Klinik und Quohrener Kipse

Auf dem Gelände des alten Gutes in Zscheckwitz wurde eine weitere Bavaria Klinik errichtet. Diese ist eine Rehabilitationseinrichtung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die infolge eines Unfalls, einer Verletzung oder einer Erkrankung eine erhebliche Schädigung von Gehirn, Rückenmark oder Nervensystem erlitten haben. Vor allem die Wiedereingliederung in Familie, Schule, Ausbildung und Beruf steht dabei im Vordergrund. Etwa 140 Betten stehen dort für Patienten zur Verfügung und das Leistungsangebot wird ständig noch erweitert.

Weitere Informationen dazu sind im Internet unter www.klinik-bavaria.de/kinderklinik zu finden.

Bavaria Klinik Kinderklinik   Bavaria Kinderklinik in Zscheckwitz


Die Kur- und Heileinrichtungen haben in Kreischa eine lange Tradition. Hier wurde 1839 die erste sächsische Kaltwasserheilanstalt errichtet. Das alte Sanatorium an de Dresdner Strasse ist ein Zeugnis dieser Zeit.
Die Gemeinde versucht die alte Tradition durch einen Kurentwicklungsplan zu beleben. Bei den Kreischaern besteht der Wunsch wieder ein Kurort zu werden. Auf vielen alten Postkarten ist immer von "Bad Kreischa" die Rede, der Titel wurde dem Ort aber niemals offiziell verliehen.


Die Geschichte des Kreischaer Kur- und Erholungs-wesens began schon im frühen 19. Jahrhundert.
Die Besitzerin des Kreischaer Rittergutes, die Gräfin Christiane Friederike von Reinhold, kaufte 1787 eine Konzession zum Kattundruck. 1791 verkaufte sie dann diese Fabrik weiter und nach weiteren Besitzern und Umbauten entstand im Jahr 1831 unter der Besitzerin Wilhelmine Reißbach der Königlich priviligierte Gasthof "Zum sächsischen Hof".

Bereits 1839 entwickelte sich hieraus die erste sächsische Kaltwasserheilanstalt. Besonders die auf dem Grundstück liegende Quelle des Schlafbrunnes gab dafür einen entscheidenden Ausschlag. Die neue Einrichtung erfreute sich großer Beliebtheit und entwickelte sich zum Ausflugziel der Dresdner Gesellschaft.

Heute ist die Quelle des Schlafbrunnens versiegt. Bereits seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war kein Wasser mehr verhanden. Im Jahr 1897 wurde deshalb sogar eine Prämie von 100 Talern ausgesetzt, für denjenigen der den Brunnen wieder in Gang setzt. Niemand hat es aber bis jetzt geschafft. Der Name des Schlafbrunnens geht wahrscheinlich auf die beruhigende Wirkung des Quellwassers zurück. Das Wasser sei damals von größter Reinheit und Frische mit mehr oder weniger Kohlensäure gewesen. Heute macht der Brunnen eigentlich seinem Namen alle Ehre und schläft.


Kaltwasserheilanstalt
Lithografie Kreischa um 1836

Sanatorium in Kreischa
Sanatorium in Bad Kreischa

Kaltwasserheilanstalt
Terasse des Speisesaals
Vom Vorort zum Kurort

Die Gemeinde Kreischa, mit ihrem Verwaltungssitz im Rathaus am Kurpark, unternimmt seit 1990 wieder Anstrengungen zu einem Kur- und Erholungsort zu werden. Zur Kurortentwicklung gehören u.a. die Rekonstruktion des Kurparkes, die Ortskernsanierung und die Entwicklung der einzelnen Ortsteile.

Rathaus   Das Rathaus in Kreischa

Der Kreischaer Kurpark wurde 1790 von Christiane Frederike von Reinhold, der Besitzerin des Kreischaer Rittergutes, als Schlosspark um das Herrenhaus angelegt. Ihre Tochter Juliane von Metzradt erweiterte den Park bis zu den bewaldeten Hängen jenseits des Lockwitzbaches und ließ ihn romantisch im englischen Stil ausgestalten.

Zum Gestaltungsprinzip gehörten großflächige Wiesen mit lockerem Baumbestand, umschlossen von Misch- und Nadelwaldhängen, in der Mitte der Herrenteich und alles begrenzt von dem Quohrener und Lungkwitzer Bächel.Die kunstvoll verschlungenen Promenanden luden die Rittergutsherrschaft als auch Ausflügler und Badegäste zum Verweilen ein. Auch der "Gang um die Welt", der vom Park bis zum Schilfteich und wieder zurück führt, wurde in dieser Zeit angelegt.


Im Park traf sich sogar die Dresdner Hofgesellschaft zu sommerlischen Vergnügungen. Kreischa war als Erholungsort sehr beliebt und auf alten Postkarten findet man oft die Bezeichnung "Bad Kreischa".

Zu DDR-Zeiten wurde das alte Sanatorium als Sport-medizinisches Institut und als Krankenhaus genutzt.
Die Leistungssportler der DDR kamen hierher zur Rehabilitation und zum Training. Das alte Sanatorium wurde zu einem Kurhaus mit für die Öffentlichkeit verschlossenen Türen.

Erst die Ansiedelung der Bavaria Kliniken zu Beginn der 90er Jahre brachte das öffentliche Kurwesen nach Kreischa zurück.

So wurde der Heimat- und Fremdenverkehrsverein Kreischa e.V. gegründet, der Kurpark nach alten Vorbildern 1998 im englischen Stil wieder neu gestaltet und das alte Kurwege- und Wandernetz in mühevoller Arbeit wiederher-gerichtet bzw. teilweise neu aufgebaut. Informationen zu der Arbeit des Heimat- und Fremdenverkehrsvereins Kreischa e.V. gibts im Internet unter www.hfvv-kreischa.de

Kreischa als Ort ist aber zur Zeit für die Patienten der Klinik eher eine Randerscheinung. Die Kliniken existieren autark und sind nicht sehr mit dem Kreischaer Dorf- und Wirtschaftsleben verbunden. Der Kurpark steht sowohl den Patienten als auch den Kreischaern zur Verfügung. Da viele Patienten aber direkt nach einer Operation zur Rehabilitation nach Kreischa kommen, können viele den Park noch gar nicht nutzen. Einzig und allein die Besucher der Patienten beleben den hiesigen Tourismus, der aber noch in den Kinderschuhen steckt.

Rathaus
Rathaus und Kurpark in Kreischa

Kurpark
Kurpark im englischen Stil

Kurpark
Herrenteich und Rathaus


Bürgermeister Schöning will deshalb die Vorteile und Förderungen, die durch einen Kurortentwicklungsplan Kreischa zu Teil werden, gern nutzen, aber das Prädikat Kurort hält er für Kreischa nicht für notwendig. Seiner Meinung nach wird es an den Kliniken und seinen Patienten nichts ändern und die Förderung von Tourismus in Kreischa und die Entwicklung zum Kurort wären dann nur rausgeschmissenes Geld. 22:09 13.09.2005

Bereits im Juli 2004 habe ich zum Thema Kurortentwicklung in Kreischa einen Artikel im Boten vom Wilisch veröffentlicht. Ich habe dazu Teile meiner Diplomarbeit für einen Beitrag verwendet und die gesetzlichen Bestimmungen und Hindernisse für Kreischa auf einem solchen Weg geschildert.

Wieso es so schwer ist ein staatlich anerkannter Kurort zu werden?

Kreischa ist auf dem Weg vom Vorort zum Kurort. Doch so einfach wie das klingt, ist es in der Realität nicht, denn der Weg dorthin ist schwierig und verbunden mit vielen gesetzlichen Voraussetzungen und Bedingungen.

Für die staatliche Anerkennung, auch Prädikatisierung genannt, existiert kein einheitliches Gesetz des Bundes. Die Länder regeln das Anerkennungsverfahren für die Prädikatisierung von Kur- und Erholungsorten selbst. Sie orientieren sich dabei an den Begriffsbestimmungen des Deutschen Heilbäderverbandes und des Deutschen Tourismusverbandes. In diesen Bestimmungen sind die genauen Qualitätskriterien und Klassifizierungsmerkmale für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen festgelegt.

Das Sächsische Gesetz über die staatliche Anerkennung von Kurorten und Erholungsorten im Freistaat Sachsen (SächsKurG) besteht seit 1994. Kurorte sind demnach Gemeinden oder Gemeindeteilen, in denen natürliche Heilmittel des Bodens, das Klima oder wissenschaftlich anerkannte Heilverfahren, wie z.B. das Heilverfahren nach Kneipp, durch entsprechende Einrichtungen zur Förderung oder Wiederherstellung der Gesundheit angewendet werden und die einen der Aufgabe entsprechenden Ortscharakter besitzen. Erholungsorte sind Gemeinden, die aufgrund ihrer landschaftlichen Gegebenheiten und der vorhandenen entwickelten touristischen Infrastruktur der Erholung oder der Freizeitgestaltung dienen.

Bei der Anerkennung von Kurorten und Erholungsorten werden folgende Artbezeichnungen mit dem Zusatz "staatlich anerkannt" verliehen:
* Heilbad oder Mineral-, Thermal-, Sole-, Peloid- oder Moorheilbad
* Ort mit Heilquellen-, Sole-, Peloid- oder Moorkurbetrieb
* Kneippkurort oder Kneippheilbad
* Luftkurort
* Heilklimatischer Kurort
* Erholungsort

Auf Antrag der Gemeinde wird ein Kur- oder Erholungsort staatlich anerkannt, wenn er die Voraussetzungen für die jeweilige Artbezeichnung erfüllt. Über die Anerkennung entscheidet dann das Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit nach Anhörung des Landesbeirates für Kur- und Erholungsorte, welcher u.a. aus Vertretern des Forschungsinstitutes für Balneologie und Kurortwissenschaften Bad Elster, des Landestourismusverbandes, des Sächsischen Heilbäderverbandes, der Landesversicherungsanstalt Sachsen, der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsens usw. besteht.

Das Anerkennungsverfahren beinhaltet die Erfüllung allgemeiner und spezieller Voraussetzungen und das Einreichen eines Antrages mit entsprechenden Unterlagen und Gutachten.
Dazu gehören u.a.:
* Stellungnahme des Gesundheitsamtes
* Beschluss der Gemeindeverwaltung
* Unterlagen, Analysen, Gutachten über Heilmittel bzw. ärztlicher, balneologischer,klimatologischer, hydrologischer Art je nach angestrebtem Prädikat
* Gutachten über wissenschaftlich anerkannte Hauptheil- und Gegenanzeigen * Verzeichnis bestehender Kur- und Erholungseinrichtungen mit Lageplan und Erläuterungen * Flächennutzungs-, Bebauungs- und Grünordnungsplan
* Stellungnahme des Sächsischen Heilbäderverbandes, kurortwissenschaftliches Entwicklungskonzept und Kurentwicklungsplan (für einen Kurort)
* Stellungnahme des Fremdenverkehrsregionalverbande und eine Entwicklungskonzeption (für einen Erholungsort)

Allgemeine Voraussetzungen sind ein entsprechender Ortscharakter, der den spezifischen Belangen von Kur und Erholung Rechnung trägt sowie eine bioklimatisch günstige Lage, die geeignet ist, therapeutische Maßnahmen zu unterstützen und den Erholungswert zu steigern.
Der Charakter eines Kur- oder Erholungsortes ist gekennzeichnet durch einen hohen Standard der hygienischen Verhältnisse im Ort (geringe Schadstoffe in der Luft, wenig Lärmbelästigung),ein leistungsfähiges Hotel-, Pensions- und Gaststättengewerbe, ein ausreichendes Angebot zur sportlichen und kulturellen Betätigung, eine als örtliche Kurverwaltung oder Verkehrsamt tätige Stelle, die Zimmer vermittelt und ein Veranstaltungsprogramm anbietet sowie Einrichtungen, öffentliche Gebäude und Anlagen, die auch den Ansprüchen von Behinderten, alten Menschen und Kindern genügen. Kurorte müssen zusätzlich aufweisen z.B. wissenschaftlich anerkannte und bewährte Heilmittel des Bodens, ein therapeutisch nutzbares Klima oder wissenschaftlich anerkannte hydrotherapeutische Verfahren (z.B. Kneipp), die allgemein zugänglich sind, leistungsfähige Einrichtungen zur Durchführung von Kuren und zur Anwendung des Heilmittels sowie kurortmedizinische Betreuung von mindestens einem ortsansässigen Badearzt.

Die speziellen Voraussetzungen richten sich nach der angestrebten Artbezeichnung. In einem Ort mit Heilquellen- Sole-, Peloid- oder Moorkurbetrieb und einem Heilbad müssen ortsgebundene natürliche, staatlich anerkannte Heilwasser, Heilgase oder Peloide kurortmedizinisch angewendet werden und die Hauptheilanzeigen und Gegenanzeigen wissenschaftlich anerkannt und aus Erfahrung bewährt sein. Ein Luftkurort muss ein therapeutisch anwendbares Klima sowie entsprechende Einrichtungen zur Durchführung einer Klimakur und einen mit der Klimatherapie vertrauten niedergelassenen Arzt aufweisen. Um sich dann als Heilklimatischer Kurort höher einzustufen, muss eine laufende Überwachung der klimatischen Eigenschaften durch eine örtliche Klimastation erfolgen. Mindestens drei Kneippkurbetriebe mit allen zur Kneipptherapie notwendigen Einrichtungen sowie entsprechendes Fachpersonal für die Kneipptherapie (Physiotherapeuten, Krankengymnasten, usw.) müssen in einem Kneippkurort vorhanden sein. Nach zehnjähriger Erfahrung als Kneippkurort kann man sich dann als Kneippheilbad höher prädikatisieren. Ein Erholungsort setzt eine landschaftlich bevorzugte und klimatisch günstige Lage, eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste von mindestens fünf Tagen, für die Erholung geeignete Einrichtungen sowie markierte Wanderwege und Freiflächen voraus.

Eine staatliche Anerkennung kann jederzeit widerrufen werden, wenn wesentliche Voraussetzungen für eine Prädikatisierung nicht mehr gegeben sind.

Da Kreischa keine ortsgebunden natürlichen Heilmittel aufweist und auch nicht über drei Kneippkureinrichtungen verfügt, ist die Möglichkeit zur Prädikatisierung als Heilbad bzw. Kneippkurort nicht gegeben. Die staatliche Anerkennung als Erholungsort bzw. auch Luftkurort wäre aber möglich. Ich bin gespannt, wie sich Kreischa weiter entwickeln wird und welchen Weg es als nächstes einschlägt um Kurort zu werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ellen Arnold

Quellen: SächsKurG, 09.06.1994; Bekanntmachung zur ANVO SächsKurG, 10.04.1995; ANVO SächsKurG, 24.04.1995; Artikel veröffentlicht im Amtsblatt Gemeinde Kreischa „Bote vom Wilisch“ 07/2004

Schlusswort

Ich hoffe, ich habe mit dieser Heimatseite euch mein Kreischa etwas näher gebracht. Es gibt natürlich noch viele Aspekte, die hier fehlen, und die ich bei Lust und Laune in einer neuen Heimatseite umsetzen und gestalten werden. Viele Fotos und Informationen habe ich zum Beispiel noch über den Wilisch, die Kipse, unser Haus und die verschiedensten Gegebenheiten in und um Kreischa. Also ihr könnt gespannt sein! Wer nicht so lange warten will, Kreischa und Umgebung sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

Die geschichtlichen Informationen haben ich den jeweiligen Internetseiten und dem Buch Gemeinde Kreischa und Heimat- und Fremdenverkehrsverein Kreischa e.V. (Hrsg.): In und um Kreischa. 70 Informationen, Kreischa 2000 sowie QAD (Hrsg.): Historischer Wanderleitfaden. Täler und Höhen im Dresdner Süden, 2005 entnommen. Der Rest ist von mir selbst.
EA 2005
 

©2010 microby.de