REISEBERICHT
Unsere erste Silvesterreise nach Dänemark verbrachten wir zum Jahresende 2003 in Jütland, am äußersten Norden von Dänemark an der Jammerbucht in der Nähe von Fjerretslev. Zusammen mit 12 Freunden wohnten wir in einem Ferienhaus in Torup Strand.
 
Erlebnisse in Jütland

Schon wie die Olsenbande auf ihrer Fahrt nach Jütland, erlebten wir die dänische Küste mit ihren Bunkern und Natursehenswürdigkeiten. Wir haben dabei kaum einen echten Dänen getroffen, denn die Bevölkerungsdichte ist hier sehr gering und auch die Sehenswürdigkeiten lagen kilometerweit auseinander. Da wir aber immer in der Gruppe unterwegs waren, haben wir viel erlebt und die Gegend vor allem auch per Auto erkundet.

  Fischerort Torup Strand

Unser Ferienhaus von Dancenter befand sich in einer Ferienhaussiedlung in Torup Strand, einem kleinen Fischerort nahe Fjerritslev. Hier wohnten wir mitten im Wald und auch zum Zentrum von Torup waren es einige Kilometer zu Fuss.

Der Strand war nicht so weit entfernt und in etwa zehn Minuten konnte man das Meer und den Wind geniessen. Die Küste ist hier allerdings sehr steinig und das Ufer dehnt sich langsam aus.

Die Form der Jammerbucht ähnelt dabei einer riesigen Sichel. 80 Kilometer lang ist die Küstenkurve zwischen Slettestrand und Hirtshals. Früher sind hier in der stürmischen Nordsee viele Boote gekentert und die Bucht erhielt dadurch ihren Namen.

Wellenbrecher
Wellenbrecher am Strand

Hier am Strand in unserem kleinen Urlaubsort konnte man sogar noch alte Überreste der Bunker und Wellen-brecher des Nordatlantikwalls aus dem 2. Weltkrieg entdecken.

Thorup Strand
Steine am Strand von Torup Strand

Anglerboot
Boot in den Dünen

Einer unserer ersten Ausflüge führte uns auf die Insel Mors im Limfjord. Der Limfjord ist das größte Binnen-gewässer des Landes. Die Küstenlänge des Fjords beträgt etwa 1000 km. Der Limfjord ist aber im wahrsten Sinne des Wortes kein richtiger Fjord mehr, denn bei einer Sturmflut im 19. Jahrhunderts brach das Wasser zur Nordsee durch.

Hanklit    Hanklit

Die Insel Mors ist die größte Insel im Limfjord. Besonders sehenswert ist ihre Steilküste Hanklit im Norden.
Der Hanklit ist etwa 65 Meter hoch und enthält Aschebänder von einstigen Vulkanausbrüchen. Dies ist eine besondere geologische Sensation und wird als Insider-Tipp gehandelt.


Auf einer Rundwanderung erstiegen wir den höchsten Punkt der Steilküste und wanderten dann an der Küste rund um die Felsen zurück. Dies war nichts für Memmen, denn einige Engstellen ging es geschickt zu überspringen ohne nass zu werden.



Hanklit vom Wasser
Hanklit vom Wasser aus



Blick von Hanklit
Blick vom Hanklit auf den Limfjord

Am Limfjord
Steinchen werfen am Limfjord

Ein weiterer Ausflug führte uns zur Steilküste Rubjerg Knude. Flugsand hat dort riesige Wanderdünen aufgetürmt. Diese sind so groß, dass sie sogar den Leuchtturm Rubjerg Fyr zu versanden drohen. Die Nebengebäude des Leuchtturms und der Turm selbst sind schon nicht mehr nutzbar.

Rubjerg Knude     Wanderdüne Rubjerg Knude

Diese Natursensation war ungefähr 150 Kilometer von unserem Ferienort entfernt. Wir waren auch diesmal wieder mit dem Auto unterwegs. Wir parkten etwas entfernt an der Straße in Richtung Lonstrup und Hirtshals. Schon von Weitem konnte man die riesigen Sanddünen erkennen.


Es dauerte dann aber dennoch 30 Minuten ehe wir sie erstiegen hatten. Die winterlichen Temperaturen hatten einen herrlichen Eisfilm auf der Oberfläche des Sandes hinterlassen. Durch den Wind, der hier ständig anliegt, und die wenigen Besucher im Winter, waren unsere Fußspuren teilweise die einzigen im Sand.


Sanddüne Rudjerg Knude
Ellen auf der Düne

Die Wanderdüne Rubjerg Knude ist an ihrem höchsten Punkt etwa 90 Meter hoch. Direkt dahinter fällt sie steil ab und das Meer beginnt.


Rubjerg Knude
Wanderung zur Wanderdüne

Leuchtturm
versandeter Leuchtturm Rubjerg Fyr


Der Sonnenuntergang, der hier schon gegen 15 Uhr einsetzte, war richtig toll. Der Sand, das Meer, die Sonne sind einfach eine unglaubliche Kulisse. Wir haben alle etliche Fotos gemacht. Als wir dann endlich wieder am Auto angekommen sind, war es schon richtig dunkel.

Sonnenuntergang    Rubjerg Knude im Sonnenuntergang

Da wir von diesem Ausflug so begeistert waren, wollten wir unbedingt auch noch nach Hirtshals und Skagen zum nördlichsten Punkt Dänemarks. Dies bedeutete zwar abermals eine Autofahrt von mehr als 250 Kilometer pro Strecke, aber uns war kein Weg zu weit und am Ende wurden wir mit einem tollen Tag belohnt.


Leuchtturm Hirtshals    Leuchtturm und Bunker in Hirtshals

Nachdem wir in Hirtshals den Leuchturm bestiegen hatten, besichtigten wir das Bunkermuseum und die Ganganlagen in den Dünen. Die Befestigung des Nordatlantik-Walls ist hier noch mit vielen Bunkern sowie Würzburg-Radar und Gefechtsstellungen zu begehen. Es ist der Wahnsinn wieviel Beton dort in den Dünen verbaut wurde.

Danach ging unsere Reise zum nördlichsten Punkt Dänemarks weiter und wir ließen Hirtshals mit seinem Fährhafen links liegen und fuhren weiter in Richtung Skagen.


Skagen ist ein ganz besonderer Ort. Hier am äußersten Ende von Dänemark haben sich schon Ende des 19. Jahrhunderts Künstler zum Malen zurück gezogen. Das Meer, die wilde Natur, Fisch und Kunst - das sind eine besondere Kombination.

Skagen wurde vom Fischerdorf zur Künstlerkolonie und dann zum Badeort. Der Großteil der kleinen Häuser im Ort hat gelbe Fassaden mit roten Dächern. Der Ort strahlt so eine einfach besondere Athmosphäre aus.

Nur wenige Kilometer von Skagen entfernt liegt Grenen. Hier in der Nähe des Leuchtturms prallen die Nordsee und die Ostsee aufeinander. Die Strömungen und der Wind können hier deshalb manchmal mörderisch sein.

Auch bei unserem Besuch war es extrem windisch und kalt. Irgendwie stellt man sich aber den Punkt, wo Skagerrak und Kattegat direkt aufeinander treffen, dramatischer vor. Nur eine lange Sandbank trennt hier an der Küste das Meer.

Blick von Hanklit
Leuchtturm von Grenen

Nord- und Ostsee
Treffpunkt von Nord- und Ostsee

Auf unserem Weg von Skagen nach Hause fuhren wir dann auch noch an der Wanderdüne Rabjerg Mile vorbei. Diese befindet sich ungefähr 10 Kilometer südlich von Skagen und ist die größte Sanddüne Dänemarks.

Der Wind bewegt die Düne jedes Jahr mehr als 8 Meter weiter nach Osten landeinwärts. Nichts kann Rabjerg Mile aufhalten und unaufhaltsam schiebt sie sich weiter und versandet das Küstenland. Inzwischen ist die Düne etwa 15 Meter hoch und mehr als 3 Kilometer lang.

Nord- und Ostsee    Die Wanderdüne Rabjerg Mile

Wir konnten uns auf dieser gigantischen Wanderdüne aber nicht sehr lange aufhalten, da die Jungs gern mit den letzten Sonnenstrahlen nochmal am Strand dem Sonnenuntergang entgegen rasen wollten. Wir hatten gehört, dass man ganz in der Nähe sogar mit dem Auto am Strand entlang fahren kann.


Autos am Strand
Mit dem Auto am Strand

Bei der Aufnahme dieses Bildes habe ich mich echt in Lebensgefahr begeben. Eines der Autos raste kurz danach voll auf mich zu und drehte erst im letzten Augenblick weg. Bis auf einen Meter kam das Fahrzeug an mich ran und das bei Vollgas. Ich hatte da echt Schiss und bin gleich wieder ins Auto eingestiegen.

Kleine Jungs mit ihren Autos!!!
Das Foto zeigt eigentlich alles.

Mit unseren Autos haben wir das Land zwischen Limfjord und Skagen erobert. Auch die größte Stadt hier im Norden - Aalborg - haben wir besucht. Der weltberühmte Aquavit-Schnaps hat hier sein Zuhause. Nur zu einem Besichtigung auf dem Wikingerfriedhof Lindholm Hoje westlich von Aalborg war es schon zu spät, da es bereits wieder Dunkel wurde. Schon der erste Grund, um nochmal wieder zu kommen.


Jütland ist für einen Gruppen- und Familienurlaub bestens geeignet. Unser Ferienhaus hatte absoluten Luxusstatus mit Sauna, Whirlpool, Holzofen und natürlich einer voll ausgesatteten Küche.

Wir haben uns hier oben im dänischen Norden in der Einsamkeit sehr wohlgefühlt. Langeweile kam nie auf, dass ist aber bei 12 Leuten so gut wie unmöglich. Außerdem will man sich ja auch mal erholen, lange ausschlafen, was lesen und eine Runde nachts zum Strand ist einfach nicht zu toppen.


Gruppenfoto
Gruppenfoto der Dänemark-Crew

Nord- und Ostsee


Wir kommen wieder!

Vielleicht sogar schon zum
nächsten Jahresende.
EA 2004
 

©2010 microby.de