REISEBERICHT
Wir bereisten die Vulkaneifel im Juni 2005 bei tropischen 38 Grad Celsius. Die Reiseregion ist wenig besucht und wir hatten teilweise alle Sehenswürdigkeiten ganz für uns allein.
 
Erlebnisse in der Vulkaneifel
Von der Geoexkursion in der Schule war uns die Eifel bereits wohl bekannt und nun machten wir uns erneut auf, um noch mehr über die Besonderheiten dieser Region zu erfahren. Als erste Reisestation besuchten wir deshalb die Gegend der Dauner Maare.

Ganz in der Nähe hatten wir uns ein Quartier gesucht und schauten uns noch am ersten Tag die Maare an. Am Weinfelder Maar gab es einen herrlichen Aussichtspunkt mit Blick zur Weinfelder Kirche.

Weinfelder Maar    Weinfelder Maar

Die aus Luftperspektive kreisrunden Seen, die "blauen Augen" der Eifel, entstanden aufgrund von unterirdischen Vulkanexplosionen. Das nachlaufende Grundwasser schuf daraufhin diese teilweise bis zu
50 m tiefen Seen, welche Maare genannt werden.

Die Enstehung eines Maares in Bildern:

Entstehung
Zu den drei Dauner Maaren gehören:

- das Gmünder Maar, welches als Bade- und Gondelsee genutzt wird,

- das Weinfelder Maar, auch Totenmaar genannt, weil es das tiefste und gefährlichste der drei Maare ist sowie

- das Schalkenmehrener Maar, welches direkt an den Ort Schalkenmehren grenzt.

Querschnitt
Querschnitt der Maare


Die Dauner Maare entstanden nach jetzigen Forschungen und Untersuchungen in der Weichsel-Kaltzeit vor etwa 20.000 bis 30.000 Jahren. Die Entstehung des Weinfelder Maares stellte in der Region um Daun den Abschluss der vulkanischen Aktivitäten dar.

Neben den Dauner Maaren gibt es in der Vulkaneifel noch sehr viele verschiedene andere Maare, wie z.B. das Pulvermaar, das Holzmaar und das Strohner Märchen. Von der Vulcano-Infoplattform in Steinbergen kann man das gesamte Dauner Gebiet überblicken. Hinter den bewaldeten Hügeln befinden sich die geheimnisvollen Seen. Nichts weist von Weiten auf diese hin.

Blick Vulcano-Infoplattform  Blick von der Vulcano-Infoplattform

Im Internet unter www.tourismus.daun.de kann man sich herrliche Luftaufnahmen der verschiedenen Maare ansehen. Diese sind wirklich sehenswert, da gerade aus der Vogelperspektive die besondere Form der Maare deutlich zu sehen ist. Vor Ort können die Bilder auch als Postkarten gekauft und verschickt werden.

Vor allem auch der Ort Strohn ist einen Besuch wert, denn hier finden sich weitere geologische Besonderheiten wie die 100 Tonnen schwere Lava- und Vulkanbombe, die als ein Zeugnis der früheren vulkanischen Tätigkeit der Region gilt.

Die Lavabombe, welche etwa 5-6 m hoch und 4 m breit ist, löste sich 1969 bei Sprengarbeiten im Steinbruch Wartgesberg aus einer Bruchwand und liegt seit 1981 als Sehenswürdigkeit am Eingang der Strohner Schweiz. Im Winter 1980/81 wurde die Lavabombe auf Eisenplatten über die gefrorene Schneedecke hierher zu ihrem jetzigen Standort transportiert.

Lavabombe Strohn    Lavabombe Strohn


Um noch mehr über die vulkanischen Aktivitäten und die Lavabombe zu erfahren, besuchten wir das Vulkanhaus in Strohn. Das Vulkanhaus zeigt eine Ausstellung zum Thema Vulkanismus und den Wandel der Erde und beherbergt eine 6 m lange und 4 m hohe Lavaspaltenwand mit tropfenförmigen Anschmelzstrukturen und blauschillernden Überzügen aus Eisenoxidkristallen, die erdgeschichtlich von besonderer Bedeutung ist.

Das Vulkanhaus Strohn ist ein Museum der Besonderen Art. Alles kann man anfassen und erleben. Gerade für Kinder ist dieses Museum besonders geeignet. So kann man hier das Beben unter den Füssen spüren und wie sich verschiedene Lava-Gesteine anfühlen, die unterschiedlichen Gase riechen, die bei vulkanischen Aktivitäten entstehen und Sehen und Erleben, was bei einem Vulkanausbruch passiert.
Im Internet findet man das Vulkanhaus Stroh unter www.vulkanhaus-strohn.de.

Ein besonderes Erlebnis auf unserer Reise durch die Vulkaneifel stellte auch die Besichtigung der Niederburg in Manderscheid dar. Der Heilklimatische Kurort Manderscheid liegt etwa 15 km von Daun entfernt.

Der Eifelverein saniert hier seit einigen Jahren die alten Burgruinen und macht sie der Öffentlichkeit Schritt für Schritt wieder zugänglich.

Blick zur Oberburg Manderscheid    Blick zur Oberburg Manderscheid

Die Ober- und die Niederburg sind Zeugnisse des Mittelalters und der alten Fürsten von Manderscheid. Vom Bergfried über die erhaltenen Wachtürme und Wirtschaftsgebäude bis zur großen Halle mit Thronsaal kann man hier alles erkunden.

Bei unserer Besichtigung hatten wir die riesige Burganlage sogar ganz für uns allein, denn es waren keine weiteren Besucher vor Ort.

Niederburg Manderscheid    Niederburg Manderscheid

Eine weitere Station unserer Reise durch die Vulkaneifel war der Windsborner Kratersee. Dies ist der einzige Kratersee Kontinentaleuropas nördlich der Alpen.

Es handelt sich dabei um kein Maar, da die Enstehung dieses ebenfalls kreisrunden Sees nicht durch eine Kraterexplosion sondern auf einen Einsturz zurück zu führen ist. Infolge einer Druckabnahme senkte sich der Krateroberteil und es entstand eine muldenförmigen Caldera, die sich mit Regenwasser füllte.

Windsborner Kratersee   Windsborner Kratersee

Der See besitzt nur eine Wassertiefe von 1,70 m, ist ohne einen Zu- und Abfluss und sehr nährstoffarm. Das Ufer des Kratersees verlandet deshalb zusehens.

Der Windsborner Kratersee gehört zur Vulkangruppe des 517 m hohen Mosenberges zwischen Bettenfeld und Manderscheid in der südwestlichen Vulkaneifel. In unmittelbarer Nähe des Kratersees befindet sich z.B. auch das Hinkelmaar. Dabei handelt es sich um ein Trockenmaar, welches durch den abgesunkenen Grundwasserspiegel verlandet ist.

Trockenmaar  Trockenmaar Hinkelmaar

Auf der Rückfahrt nach Daun besuchten wir den Ort Wallenborn. Dieser ist benannt nach einer örtlichen Besonderheit, denn die vulkanische Aktivität des Gebietes wird hier besonders sichtbar. Hier gibt es den einzigen Kaltwassergeysir Deutschlands, den wallenden Born, auch "Brubbel" genannt.

Aller halben Stunden kommt es hier zu einer kräftig brausenden Anhebung des Wasserspiegels der Quelle zu einer geysirartigen Fontäne mit bis zu 3 Metern Höhe. Die Anstiegshöhe der Wassersäule geht danach während der 4 - 6 Minuten andauernden weiteren Wallung auf circa 60 cm zurück.

Brubbel
Der wallende Born
Die Antriebskraft der Fontäne ist Kohlendioxid, was sich unter dem Born in Hohlräumen einer Magma-
kammer sammelt. Sobald sich ein Überdruck bildet, wird das Wasser nach oben geschleudert.

Brubbel
auch "Brubbel" genannt

Dann beruhigt sich das Wasser wieder bis es nach etwa 34 Minuten zum nächsten Wasser-Co2-Ausbruch kommt.

Die periodisch wiederkehrenden Eruptionen sind durch Bohrungen 1933 entstanden. Noch in den 50ziger Jahren war der Brubbel nur ein eingezäuntes Wasserloch auf einer grünen Wiese mit dem Rest eines Stahlrohres.

Wir hatten leider bei unserem Besuch etwas Pech, denn 5 Minuten bevor die Fontäne losgehen sollte, kam eine ganze Schulklasse als Zuschauer, die uns teilweise etwas die Sicht versperrte. Aber der Brubbel war dennoch ein Erlebnis. Es geht so schnell, dass man eigentlich erst das Nachbrubbeln richtig bewusst anschauen kann.

Die Vulkaneifel ist eine Reise wert, vor allem wenn man sich für den Vulkanismus in Deutschland interessiert.

Besonders die Region um Daun ist für einen Kurzurlaub bestens geeignet. Wer etwas länger bleiben will, sollte dann aber unbedingt die Mosel-Region mit einbeziehen, weil sich sonst auf Dauer die Informationen über die Entstehung der Vulkaneifel, der Maare usw. wiederholen und es langweilig werden kann.

EA 2005
 

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